Erinnerungen zum 60. Jubiläum am 1. Juli 2012

Chronik des Waldfreibades Espelkamp

Das Espelkamper Waldfreibad ist seit Gründung der Stadt ein wichtiger Ort für Erholung und sportliche Betätigung.

Seitdem im Jahr 1940 ein Feuerlöschteich für die damaligen Betriebe der Munitionsanstalt Mittwald angelegt wurde, hat sich auf dem Gelände viel getan.

Zum 60. Jubiläum des Bades am 1. Juni 2012 hat Siegfried Nötzel eine Chronik des Waldfreibades Espelkamp zusammengestellt, die wir Ihnen hier zur Verfügung stellen. Auch können Sie die Chronik im Downloadbereich als PDF herunterladen.

1938/52

1938/39
Die Munitionsanstalt des Heeres, MUNA genannt, wird in Espelkamp-Mittwald errichtet

Ab 40
Ein großer Löschteich wird mit viel Handarbeit zentral im Munagelände angelegt

Ab 45
Der Feuerlöschteich, sich selbst überlassen, verwahrlost zunehmend

Ab 49
Das heutige Sport-und Freizeitgelände wird vom Land NRW der AUFBAU übergeben

1950/51
Der Feuerlöschteich wird von Siedlern und Gemeinde zum Badeteich umgebaut

1952
Am 28. Juni Einweihung als Waldfreibad mit großem Abendschwimmfest des ATSV

1952/61

Ein wichtiger Treff zur Ausbildung einer Espelkamper Identität entsteht.

54/57
Espelkamp erwirbt das Areal von der AUFBAU zwecks schrittweisem Ausbaus ... mit

  • allseitiger Betonierung des Beckens, Platten-Umgängen, sportgerechtem Schwimm- und abgetrenntem Nichtschwimmerbereich, 3m-Sprungturm und 1m-Bretteen, Startblöcken wie auch Spielgeräten und Sandkasten für Kinder und den erforderlichen Gebäuden für Umkleide--, Sanitär-, Geräte- ,Kassen- und Aufsichtsräumen nebst Verkaufskiosk und einer Liegewiese mit Einzäunung sowie einer Badeinsel mit Bäumen.
     
  • Es beginnt ein reger Badebetrieb von Familien, vor allem Kindern und Jugendlichen, im häufig grünen Wasser, unter Aufsicht der Badewarte - anfangs Lunck und später Weiß.
     
  • Niedrige Eintrittspreise, steigender Besuch und Schul- Schwimmen wirken motivierend.

60/61
Der ATSV gründet eine Schwimmabteilung, die Siegfried Nötzel als Trainer 40 Jahre leitet. Schwimmen wird bei jung und alt „ In“! 30.000 Gäste per anno mit steigendem Trend kommen.

1962/71

„Wir-Gefühl“ und Selbstbewusstsein finden die Espelkamper in“ ihrem Waldfreibad“

1962
Wird die DLRG gegründet und eine anhaltende Erfolgsstory beginnt; vor allem mit den langjährigen Vorsitzenden l. Weißenburg und W. Ziebecker und Schwimmmeister Herbert Hagemeier, der 25 Jahre auch erfolgreich das Waldfreibad leitete und stark prägte.

Am 01.09.1962 hat der ATSV sein 1. großes Schwimmfest mit 200 Aktiven und 2894 Besuchern; toll!

1963
Im April wird das lang ersehnte Hallenbad eröffnet... nebst Umwälzanlage für das Freibad.Eine Menge Sportgeräte z.B. für Wasserball und Kunstspringen werden neu angeschafft.

  • ATSV, DLRG und die neuen Vereine BSG und Tauchsport haben schnell über 500 Mitglieder.
  • Das Waldfreibad mit seiner großen Wasserfläche bleibt weiterhin unbeheizt; ein Nachteil!
  • Einzig der ATSV trainiert mit seinen Leistungsschwimmern und Wasserballern sommers nur im Freiwasser bis 4x/Woche und vielen Wettkämpfen.
    Manchmal war ́s schon arg kalt.
  • Dennoch besuchen je nach Sommer zwischen 60.000 bis 90.000 Gäste das Waldfreibad.

 

1972/81

Espelkamps Bäder wirken zunehmend anziehend auf das Umland

1974 
Neubau des Aufsichtsgebäudes mit Kiosk, Planschbecken und 3m- Turm entstehen neu.

  • Weitere Nutzungen für das Waldfreibad werden erschlossen, wie Freizeit- und Ferienspiele, Schulfeste, Vereinscamping und Sportlerfeten Training mit anderen Vereinen, der Britischen Rheinarmee, der Feuerwehr etc.

1979
Mit der Umstellung der Warmwasser-Aufbereitung für das Hallenbad auf BHKW wird - auch das Waldfreibad beheizt. Immer mehr Besucher honorieren diese Wohltat.

1980
Das Freizeitbad wird eingeführt derart, dass bei Schlechtwetter im Sommer, das Hallenbad vom Freibad aus benutzt werden kann.

1981
Eine neue, selbst entwickelte und realisierte 24m- Rutsche wird zum“ Publikumsrenner“!Auch die Kleinspielfelder der Stadtsporthalle können vom Freibad aus genutzt werden.

1982/91

Die Bäder anfangs im Stand-by. Doch das „Atoll“ wird zum Publikumsmagnet.

  • Tischtennisplatte und Großschachfeld kommen zur Ergänzung hinzu
  • Ein Beach-Volleyball-Feld steigert die Attraktivität des Waldfreibades weiter

Das in die Jahre gekommene Hallenbad ist nicht mehr zeitgemäß und auch baulich verbraucht. Deshalb plant die Stadt einen Neubau, der Sport-, Sauna- und Wellnessbereich umfassen soll.

Am 19. Mai 1990 wird es von der Stadt feierlich eingeweiht und komplettiert das Angebot nachhaltig. 

1992/01

Trend zu Fun-, Wellness- und Gesundheit ... Schwimmen – vor allem als Sport – not trendy.

  • Mit umfangreichen Arbeiten werden das Dach erneuert, eine Warmwasser-Solaranlage erstellt und ein Beach-Volleyballfeld angelegt.
  • Außerdem werden die Räumlichkeiten der Eingangsgebäude ausgebaut, um neuen Anforderungen von DLRG, Badegästen und des Eigenbedarfs nachkommen zu können.
  • Der angelegte Kleihügelsee entzieht zunehmend dem Waldfreibad potenzielle Besucher!
  • Die Stadt sucht Lösungen der effektiveren Nutzung der Bäder, einzeln und im Verbund

2002/11

Zukunft des Waldfreibades wird ungewisser ... und erlebt hoffnungsvollen Neubeginn.

2003
Nach wechselnden Betriebsführungen und wirtschaftlicher Erschwernis droht im Zwist die Schließung des Waldfreibades. Für Espelkamp insgesamt ein Schock
sondergleichen.

Eine Bürgerinitiative, „BI“ zum Erhalt des Waldfreibades in kommunalerTrägerschaft gründet sich, erhält breite Zustimmung, scheitert aber an der Mehrheit im Rat. Eine weitere Eskalation in der Bürgerschaft greift um sich.

Bürgermeister Heinrich Vieker und Siegfried Nötzel, Sprecher der „ BI“ finden jedoch einentragbaren Kompromiss für den Neuanfang derart, dass ein zu gründender Trägerverein das Bad übernimmt und die „ BI“ das Freibad betriebsbereit und Kosten mindernd für 2003 wiederherrichtet.

Mit vielen Freiwilligen, reichlichen Spenden und großem Einsatz sowie einer Menge an Improvisation und Arbeit gelang dies auch fristgemäß, denn die Zuversicht beflügelte und zeigteallen:“ Espelkamp kann es noch immer!“.

Am 24. Mai 2003 findet die freudige „ Wiedereröffnung“ des Waldfreibades“ statt. Die BI übergibt das runderneuerte Bad anBürgermeister Heinrich Vieker, der es an die Vorsitzende des noch im Mai 2003 gegründeten Vereins „Pro Waldfreibad“, Frau GiselaVorwerg kommissarisch überträgt. Sie wird bis Ende 2011 mit dem Vorstand kollegial und umsichtig die Geschicke des Waldfreibades lenken.

Neuer Betriebsleiter wird Bernhard Möhle, der bis heute mit Einsatz erfolgreich das Bad leitet und schon in 2003 aktiv war. Herr Wolfgang Besser, BI und Hartmut Stickan, Pro Waldfreibad unterstützen Herrn Möhle bei seiner Aufgabe.

Die Mitglieder von Verein und BI leisten dabei alle Pflege-und Reparaturarbeiten gemeinsam.

2004
Die volle Betriebsführung wird von der Stadt an den Verein Pro Waldfreibad übertragen. Die Besucherzahl stabilisiert sich, je nach Sommer, bis auf 25.000 Besucher.

Im Winter finden umfangreiche Arbeiten rund um das Becken statt mit neu zu verlegenden Wasserleitungen und den Plattenwegen. Später folgte eine Neugestaltung der Hecken und Grünanlagen.

Über all die Jahre waren jedoch die großflächigen Erneuerungen von Betonwandungen und Anstriche vor jeder Saison recht aufwändig. Neben erheblichem Materialaufwand benötigten sie viel Manpower; so wie dies bei der Unterhaltspflege ist. Die Ehrenamtlichen senken somit die Betriebskosten kräftig.

2008
Die Bürgerinitiative löst sich auf. Ihre Mitglieder treten ein im „ Pro Waldfreibad“- Verein. Ein großer Schuppen-Anbau für Fahrzeug und Geräte für und mit der DLRG wird erstellt.

2009
Das Großschachfeld wird an anderer Stelle neu angelegt.

2010
Eine neue Graffiti—Außenwandgestaltung gibt dem Waldfreibad eine südländische und einladende Note.

2011
Das BHKW wird vergrößert und das Beachvolleyballfeld neu angelegt

2012
Im Januar wird ein neuer Vorstand mit H.G Dahl als Vorsitzenden für „ Pro Waldfreibad“gewählt. Er setzt ganz neue Akzente und will die Attraktivität
des Waldfreibades verbessern. Mit dem Konzept „ Von der
Badeanstalt zum ..... Freizeit-, Fitness- und Wohlfühl-Zentrum“

will er die Nutzung und das Angebot unseres Waldfreibades ausbauen, die Besucherzahlen steigern und einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in Espelkamp leisten.

Das neue Konzept findet die Zustimmung im Verein, in der Stadt
und in der Wirtschaft. Mit der Realisierung wird bereits im Frühjahr gestartet.

  • Eine neu konzipierte Eventecke wird bis zur Saisoneröffnung fertig gestellt,
  • der Erweiterung des Frühschwimm-Angebotes wird umgesetzt
  • im ATOLL wird ein Drehkreuz zur Mit- Nutzung des Waldfreibades eingerichtet als Beginn eines Kombi-Freizeitbades mit beidseitiger Zukunft?

In der Zuversicht, dass Espelkamps Bäder eine gute Zukunft haben können, als langjähriger Zeitaktiver zum 60. Jubiläum für alle zur Erinnerung im Juni 2012 dokumentiert mit freundlichen Grüßen

Siegfried Nötzel, stellvertretender Bürgermeister